Ankerpunkt
Definition
Der Ankerpunkt ist eine reproduzierbare Position, in der die Zughand beziehungsweise die Sehne während des Vollauszugs einen oder mehrere definierte Kontaktpunkte am Körper erreicht. Der Ankerpunkt dient dazu, den Auszug bei jedem Schuss möglichst gleich zu reproduzieren.
Individueller Anker
Der Ankerpunkt ist nicht für jeden Menschen gleich. Er hängt unter anderem von Körpergröße, Armlänge, Auszugslänge, Bogenart, Schießtechnik, Ausrüstung und individueller Anatomie ab.
- Mundwinkel
- Kinn
- Unterkiefer
- Nase
- Lippen
- Jochbein
- Ohrbereich
- Hals-/Kieferbereich
Beim olympischen Recurvebogen wird häufig ein Anker unterhalb des Kinns verwendet. Beim traditionellen Schießen kann der Anker beispielsweise am Mundwinkel liegen. Auch beim Compoundbogen gibt es unterschiedliche Ankerpunkte.
Funktion des Ankers
Der Anker ist eine Art mechanische Ausziehbegrenzung. Wenn der Schütze den Bogen bei jedem Schuss an dieselbe Position bringt, wird die Auszugslänge reproduzierbarer. Dadurch verändern sich gespeicherte Energie, Pfeilgeschwindigkeit und Schussgeometrie weniger.
Kontaktpunkte
Ein guter Anker muss nicht aus nur einem einzigen Kontaktpunkt bestehen. Mehrere reproduzierbare Kontaktpunkte können zusammen ein stabiles Bezugssystem bilden.
Anker ist nicht gleich Druck
Der Kontakt soll stabil, aber nicht verkrampft sein. Übermäßiger Druck kann die Kopfhaltung verändern, die Sehne seitlich verschieben und unnötige Spannung erzeugen.
Anker und Zielsystem
Der Anker beeinflusst die Schussgeometrie. Eine Veränderung des Ankers kann beispielsweise die Position der Sehne relativ zum Auge verändern und damit bei einem Visierbogen die Visiereinstellung beeinflussen. Auch beim traditionellen oder instinktiven Schießen verändert der Anker die Beziehung zwischen Auge, Pfeil und Ziel.
